Equal Pay und warum Teilzeit in Wahrheit so wertvoll ist

Heute zum Weltfrauentag wurde mal wieder allenthalben erörtert, dass Frauen angeblich 23 %  weniger Geld für gleiche Arbeit bekämen.

 Ich glaube das, ehrlich gesagt, nicht so ganz.

 1. Frauen und Männer machen nämlich vor allem doch (noch) unterschiedliche Job.

Hierzu war in der ZEIT vom 4.3. ein lesenswerter Artikel von Elisabeth Niejahr, in dem sie analysierte, dass der Niedriglohnsektor vor allem deshalb stark gewachsen sei, weil mehr und mehr Frauen arbeiteten, die vorher  Hausfrau waren.

Sprich, hier haben Frauen vor allem deshalb niedrigere Gehälter als Männer, weil diese kaum in solchen Jobs arbeiten.

Umgekehrt gibt es halt noch weniger hoch bezahlte Managerinnen als Manager, aber einfach deshalb, weil (noch) nicht so viele Frauen den Sprung in diese Ebene geschafft haben.

 

2. Frauen können in konkreten Verhandlungen genauso viel rausschlagen wie Männer.

Ich kann da nur von mir sprechen, ich konnte beim Angestelltengehalt einen höheren Stundensatz verhandeln als ein männlicher Kollege. Außerdem kenne ich viele Unternehmerinnen, die selbstbewusst sehr hohe Stundensätze erzielen und Männern damit in nichts nachstehen.

 

 3. Teilzeit ist wertvoller als man so denkt und wird bald auch so bezahlt werden.

Wo ich wirklich noch Nachholbedarf sehe und wo Frauen statistisch gesehen wirklich weniger kriegen als Männer für die gleiche Arbeit, ist bei den Teilzeitstellen. Das fällt statistisch natürlich ins Gewicht, weil Frauen viel öfter in Teilzeitstellen arbeiten als Männer.

Hier verdienen sie absolut gesehen natürlich ohnehin weniger als Vollzeitkräfte, weil sie weniger Arbeitsstunden leisten. Gleichzeitig liegt aber auch die auf Stundensätze herunter gebrochene Bezahlung für Teilzeitjobs niedriger als die für Vollzeitarbeit.

Dabei ist das – jedenfalls bei sehr vielen geistigen Tätigkeiten – eine krasse Ungerechtigkeit, sei es nun Projektmanagement, Webseitenprogrammierung, Office-Management, Public Relations, Journalismus, Design, Gruppenleitung, Beratung, Steuerberatung oder anderes.

Die Auffassung hinter der schlechten Bezahlung ist nämlich, dass Teilzeitarbeit nie so viel wert sein kann wie Vollzeitarbeit oder die Teilzeitkraft eigentlich immer nur der Lakai der ach so wertvollen Vollzeitkraft sein kann.

Das ist großer Blödsinn.

  • Teilzeitarbeit ist nicht weniger wert, nur weil ihr Erbringer nicht 10 sondern beispielsweise nur 6 Stunden am Tag arbeitet und sich danach anderen Aufgaben widmet.
  • Vollzeitkräfte widmen sich auch mehreren Kunden oder Projekten. Die „anderen Kunden“ einer Teilzeitkraft sind eben ihre Kinder oder dementen Verwandten oder Sonstiges.
  • Hochqualifizierte Teilzeitkräfte arbeiten in kürzerer Zeit meist effektiver als eine Vollzeitkraft.
  • Teilzeitkräfte schalten das Denken nicht aus, wenn sie gerade nicht arbeiten. Wenn sie während ihrer Nicht-Arbeitszeit mental ihre Arbeitsaufgaben vorbereiten, können sie diese besser und zügiger erledigen, wenn sie wieder an ihrem Arbeitsplatz sind.  

Klare Forderung: Teilzeitkräfte sollten daher mehr verdienen als nur den prozentualen Minderanteil einer entsprechenden Vollzeitstelle.

Hier bin ich allerdings zuversichtlich, dass sich gut ausgebildete Teilzeitkräfte es nicht dauerhaft gefallen lassen, als Arbeitnehmer 2. Klasse, die sie gerade nicht sind, behandelt zu werden.

 

Also summa summarum ist die schlechtere Bezahlung von Frauen ein Thema, aber eines, das sich erledigen dürfte.

Just my two cents.

Warum macht es einen Unterschied, ob eine Bischöfin Alkohol trinkt oder ein Politiker?

Ich las gerade auf einem Blog: „Wäre es keine aufmüpfige Bischöfin, würde es nirgends Erwähnung finden, dass eine Frau nach Alkoholgenuss in der Nacht auf einer menschenleeren Kreuzung eine rote Ampel übersieht. So aber ist es eine Gelegenheit, sie zur Lügnerin und Trinkerin abzustempeln und die härtesten Maßnahmen zu fordern.“

Mir kommt es auch so vor, als habe die Medienöffentlichkeit nur darauf gewartet, jemanden wie sie vom Thron zu stoßen, weil es so schön kracht, wenn sie runter fällt.

Fastenzeit - worauf verzichten?

Die nicht vorhandene Taille sagt: Süßigkeiten

Die evangelische Kirche sagt: „7 wochen ohne Scheu“.

Sie wolle „ermuntern zum Wagnis und zum Luxus leibhaftiger Nähe“.

Aha. „Streitgespräch“, „Krankenbesuch“, „überfällige Liebeserklärung“

Schön.

„Für alles, was nicht in eine SMS oder E-Mail passt“

Och, ich finde, es passt sehr viel Nähe in eine Email. Jedenfalls, wenn man des Schreibens mächtig ist.

Eva